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Der Reisekalender für Kurzfilmer
Aktive Filmemacher und Schauspieler treffen sich bei internationalen Werkstätten, um gemeinsam mit jungen Kameraleuten, Tontechnikern und Musikern frische nicht-kommerzielle Kurzfilme zu zaubern. Die Frauenquote ist besonders hoch in dieser weltweiten Kino-Bewegung. Dabei verzichten die Veranstalter bewusst auf Wettbewerbe und Jurys, um die Zusammenarbeit unter den Filmteams zu fördern. So helfen Teilnehmer einander beim Dreh, Schnitt, der Farbkorrektur oder den Untertiteln, da sie ja nicht um Preise oder Aufmerksamkeit wetteifern. Alle fertigen Filme laufen sofort in Kinos, im Internet und auf Festivals, damit man sie am Zielpublikum testen kann. Die Idee des KinoKabarets stammt aus Montreal in Kanada und verbreitete sich viral seit 12 Jahren über den Globus.
Diese postmodernen Veranstaltungen eignen sich ideal für alle Kreativen, die eigene Filme mit kleinen Teams erschaffen möchten und nicht auf Filmförderung, Gremien, Filmschulen, Vermarktung oder andere Ideenvernichter angewiesen sind. Man bekommt Einblicke in die Arbeit mit Kameras, Schnittprogrammen und Tontechnik. Jeder lernt, wie man Projekte knapp vorstellt und mit Schauspielern umgeht, sofern diese in den Drehbüchern vorkommen. Besonders ergiebig sind viele künstlerische Genres, die den klassischen Erzählformen entsagen. Im vor Wettbewerb und Verwertungsinteressen geschützen Experimentierfeld des Micro-Cinemas oder Guerilla-Films enstehen oft Kleinode der freien Filmkunst, die inzwischen durch die Art der Produktion zu einem eigenen Genre avancieren. Man bekommt zwei bis drei Tage für die Produktion und sammelt eine Grundausstattung an Filmtechnik, um mit den verfügbaren Teilnehmern Filmideen umzusetzen. Die Kino-Bewegung verzichtet weitgehend auf Werbung oder schicke Webseiten, da die Veranstaltungen durch einfache Ankündigungen im Internet bereits regelmäßige Teilnehmerrekorde verzeichnen. Epigonen, die dieses Konzept kommerziell verwenden, gibt es zuhauf. Der Terminus "Regisseur" wurde dankenswerterweise von der Filmindustrie und -geschichte derart mit Sehnsucht, Prestige und Macht aufgeladen, dass er umso stärker magnetisiert, wenn man die Produzenten einfach wegstreicht und den Autorenfilmer ausprobieren lässt. Die künstlerische Herausforderung steht klar im Zentrum der Arbeit, denn die Übungsfelder sind vielfältig.
Da Reisen inzwischen dank Mitfahrgelegenheiten und Couchsurfing sehr erschwinglich wurde, braucht man lediglich Taschengeld, einige Tage Zeit und die richtige Motivation, um zu den Veranstaltungen zu gelangen. Wer das regelmäßig tut und womöglich in der Heimatstadt eine eigene Zelle gründet, wird ehrfürchtig Kinoïte genannt. In monatlichen Filmabenden bieten diese autarken Zellen und Vereine der freien Filmszene in Kinos die Gelegenheit, frische Werke und Übungen vorzuführen und in einen Dialog mit dem Publikum zu treten. Auf diesen Webseiten stehen ca. zwei Monate vor Workshopbeginn die Anmeldeformulare, Trailer und Postermotive bereit: KINO BRUXELLES, Belgien: 27. April - 6. Mai
KINO FADA, Marseille, Frankreich: 28. April - 4. Mai
KINO DYNAMIQUE, Wien, Österreich: 16.- 25. Mai
HAMBURGERKINO, Deutschland: 25. May - 2. Juni
KINO NANTES, Frankreich: 25. - 30. Juni
KINO EUPHORIA, Helsinki, Finland: 3. - 11. Juli
KINO PRIZREN, Kosovo: 6.- 14. Juli
KINO MAINZ, Deutschland: 27. Juli - 4. August
KINOBERLINO, Deutschland: 31. August - 9. September
KINODYNAMIQUE JENA, Deutschland: September
KINO PRAHA, Tschechische Republik: September
KINO S Bratislava, Slowakei: September
mehr Info unter :
http://kinoberlino.contentcontrol-berlin.de/
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